Geschichte des Handwebmuseums

Wie in vielen anderen Eifeldörfern wurde auch in Rupperath in vielen Familien die Schafwolle für den eigenen Bedarf und im Auftrag von Wollverarbeitungsbetrieben z.B. in Euskirchen oder in Monschau gesponnen. In manchen Bauernhäusern wurde zusätzlich, vor allem in den Wintermonaten, auf Handwebstühlen die gesponnenen Garne zu Wollstoffen gewebt.

Diese Tradition gab es in Rupperath bis in das Jahr 1952 und sorgte für die Familien für einen kleinen Nebenverdienst.

 

Spinnen in Heimarbeit

Der ehemalige Volks- und spätere Grundschullehrer Robert A. Esser (siehe Bild) hatte die brachliegende Tradition des Spinnens und Webens in Rupperath wiederbelebt. Er fand 1957 zwei alte Webstühle auf dem Dachboden der Schule und stellte einen davon im Gruppenraum der Schule auf.  So wurde die alte Tradition den Spinnen und Webens wieder in die Familien zurück getragen.

Die zunehmende Motorisierung und bessere Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ermöglichte es Menschen aus den kleinen Eifeldörfern zunehmend in die Ballungsgebiete zu pendeln und dort bessere Jobs zu finden.

 

Museumsgründer Robert Esser

Daher schlossen sich im Jahre 1961 zunächst nur wenige Menschen in der von Esser gegründeten „Werkgemeinschaft für Handwebkunst“ in Bad Münstereifel-Rupperath zusammen. Erst mit Schließung der Schule 1969 und den damit frei gewordenen Räumen bot sich genügend Platz, um den bisherigen Heimarbeitern einen gemeinsamen Arbeitsplatz und zentrale Werkstätte mit angeschlossener Ausstellung zu bieten.

Zum Zeitpunkt der Gründung wurde in der Eifel noch in über 50 Betrieben gewebt.

Die Werkgemeinschaft erlangte selbst einen sehr guten Ruf und produzierte hochwertige Stoffe, Teppiche, Kleidung und Messgewänder.

Die angeschlossene Ausstellung zeigte „Werkzeuge“ des Spinnens und Webens, die Esser zu sammeln begonnen hatte. Von der Schließung der Schule bis Ende 2003 (Auflösung der Werkgemeinschaft) war die Sammlung in der ehemaligen Turnhalle der Schule untergebracht.

2006 wurde diese Sammlung neu gestaltet und in den Räumen der ehemaligen Schule als „Handwebmuseum“ wiedereröffnet. Seitdem betreut eine Unterabteilung des Betreibervereins „Alte Schule Rupperath e.V.“ das Museum in ehrenamtlicher Arbeit. Für diese Arbeit wurde dem Verein 2008, dem Todesjahr von Robert A. Esser, der Ehrenamtspreis der Stadt Bad Münstereifel verliehen.

Nach Sanierungsarbeiten an Hof und Gebäude im Jahre 2010 ist das Museum barrierefrei zu erreichen.

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